Bezüge zu Sartres Philosophie in „Sansibar oder der letzte Grund“

In „Sansibar oder der letzte Grund“ werden diese Gedanken Sartres aufgegriffen. Auch hier geht es darum, dass jeder Einzelne für sich selbstbestimmt Entscheidungen trifft, die ihn zu bestimmten Handlungen veranlassen. Die Einsamkeit und Isolation, die Sartre als wesentliche Merkmale des Menschseins begreift, beschreibt Andersch eindrücklich mit seinen Protagonisten. Jeder steht für sich und scheint nicht mit seinen Mitmenschen in Kontakt treten zu können. Die Isolierung geht einher mit einer Kommunikationslosigkeit, die Andersch auch durch sein Erzählverfahren deutlich zum Vorschein bringt.

Bedroht werden die Figuren im Roman durch „die Anderen“. Diese Begrifflichkeit hat Andersch direkt von Sartre übernommen. Während bei Sartre die „Anderen“ die abstrakte Gefährdung des Einzelnen durch die Mitmenschen darstellen, füllt Andersch den Begriff politisch auf. Die Anderen sind die Nazis, eine ganz konkrete Bedrohung, die alle Protagonisten des Romans betrifft. Aber nicht nur die Nationalsozialisten bedrohen die Protagonisten in ihrer Lebensausrichtung, auch die Ideologie  der kommunistischen Partei, zu der Gregor und Knudsen gehören, übt einen starken Druck auf sie aus. Beide wollen und müssen sich erst aus den Zwängen ihrer Partei befreien. Knudsen empfindet sehr stark die Zwickmühle, da er sich weder von seiner eigenen Partei lossagen noch aktive...

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