Verdrängung und Aufarbeitung der Nazi-Zeit

Die meisten der aus dem Exil zurückgekehrten Autoren traten in der BRD für die öffentliche Aufarbeitung des NS-Regimes ein, so etwa Alfred Döblin, Wolfgang Koeppen, Wolfgang Borchert, Max Frisch, Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann und auch Alfred Andersch. Nach der Erfahrung des Krieges hielten sie es für notwendig, mit den alten Traditionen zu brechen und eine neue Sprache und neue ästhetische Ausdrucksformen zu finden.

Enttäuscht mussten sie jedoch feststellen, dass in der Öffentlichkeit der BRD eher eine Politik der Verdrängung praktiziert wurde. Die Schrecken und Traumata des Krieges sollten möglichst schnell vergessen werden. So wurde der Literaturbetrieb in der BRD eher von den konservativen  Autoren bestimmt.

Viele der Autoren wanderten daraufhin in die DDR aus, da ihnen die deutlich antifaschistische Ausrichtung der DDR-Politik mehr Raum für einen kritischen Umgang mit der jüngsten NS-Vergangenheit zu bieten schien. Einigen Schriftstellern, die eindeutig kommunistisch eingestellt waren, wurde die Einreise nach Westdeutschland verweigert. Auch ihnen bot die DDR eine Plattform für ihr literarisches Schaffen. In der DDR lebten bekannte Schriftsteller, wie Bertolt Brecht, Christa Wolf oder Arnold Zweig. Sie rechneten mit dem faschistischen Nazideutschland ab.

Doch wurde die Literaturszene in der DDR zunehmend vom Staat instrumentalisiert. Auch sie sollte de...

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