Rezeption und Kritik

Andersch erste Romanpublikation seines autobiografischen Berichts „Die Kirschen der Freiheit“ im Jahr 1952 zog eine eher negative Kritik nach sich. Die direkte und schonungslose Darstellung des Naziregimes wurde in der sensiblen Zeit der 1950er Jahre als zu hart empfunden. Anderschs Desertion, die das zentrale Thema des Berichts bildet, wurde kontrovers diskutiert.

Als Alfred Anderschs Roman „Sansibar oder der letzte Grund“ 1957 erschien, war die Resonanz der Leser und der Literaturkritiker überwiegend positiv. Der Roman wurde in zahlreichen  inländischen und ausländischen Zeitungen besprochen. Mit „Sansibar oder der letzte Grund“ wurde Andersch zum Erfolgsautor. Ein Jahr später erhielt Andersch für den Roman die Auszeichnung des Deutschen Kritikerpreises. Der Roman wurde vielfach übersetzt.

Der Schriftsteller Arno Schmidt würdigte die gelungene literarische Qualität des Werkes  ebenso wie die gesellschaftlich-politische und moralische  Haltung, die der Roman transportiert. So schreibt Arno Schmidt in der Zeitung „Die Andere Zeitung“ am  20.10.1957,  der Roman sei „Eine sachlich unwiderlegbare Anklage gegen Deutschland. Eine Warnung ‚an alle, die es angeht‘. Unterricht in (ja, fast Anleitung) zu Flucht als Protest. […] Kompositorisch ausgezeichnet; sprachlich bedeutend über dem Durchschnitt“.

Die Rezensenten sahen in dem Roman eine bedeutende Stellungnahme zu dem Terrorregime der Nationalsozialisten, die darüber hinaus auch ästhetisch-literarisch gelungen ist. So schreibt Kurt Schürmann in „Der Mittag“ im Jahr 1958, dass man das Werk: „als eines der wenigen in der deutschen Nachkriegsliteratur nennen dürfe[…], in denen das ‚Dritte Reich‘ und seine Folgen dichterisch bewältigt worden ...

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