Charakterisierung Knudsen

Knudsen – ein typischer Fischer

Heinrich Knudsen ist ein Küstenfischer in Rerik, der einen eigenen Kutter besitzt, den er Pauline nennt. Sein Alter wird nicht angegeben. Er spricht von seiner Frau Bertha als „eine[r] hübsche[n] junge[n] Frau von vierzig Jahren“ (S. 13). Knudsen lebt sein Fischerleben in täglicher Routine, wie die anderen Fischer in Rerik auch. Die Möglichkeit, sich mit dem Kutter auf die offene See zu wagen, ist für Knudsen undenkbar, wie der Junge ernüchtert feststellt: „Aber Knudsen kommt nie auf die Idee, mal ’nen kleinen Ausflug zu machen, keiner von ihnen kommt auf solche Ideen“ (S. 25).

Knudsen verkörpert einen typischen Küstenfischer, und zu ihm gehören die charakteristischen Attribute eines Fischers: eine Schiffermütze und eine Pfeife. Die harte Arbeit auf See hat sich auch in seinem Gesicht abgezeichnet. So beschreibt Gregor, dass es „hart und flächig war, die Nase stach nicht besonders hervor, es war ein braunes, bartstoppeliges, wettergegerbtes Fischergesicht unter schon grau gewordenen Haaren, nichts leuchtete in diesem einfachen Gesicht, nicht einmal die Augen; sie waren klein und scharf und blau, aber sie leuchteten nicht, sie phosphoreszierten nur, kleine blaue phosphoreszierende Kugeln, in die harte Fläche des Gesichtes eingelassen“ (S. 48). Gregor beschreibt auch, Knudsen sei äußerst kräftig und muskulös (vgl. S. 139).

Raue Art

Nicht nur im Zweikampf, den Gregor mit Knudsen am Ende ausficht, bemerkt Gregor eine gewisse Härte seines Charakters. Bereits während der ersten Begegnung in der Kirche ist Gregor unmittelbar „Knudsens beobachtende Härte“ (S. 46) aufgefallen. Diese äußere Härte ist eine Charaktereigenschaft, die sich auch in seinen Handlungen, Entscheidungen und seinem Verhalten bemerkbar macht.

Knudsen redet nur das Nötigste und spricht viele Gedanken, die ihn beschäftigen, nicht aus. Dadurch wirkt er unfreundlich und mürrisch (vgl. S. 93). Dies hat auch zur Folge, dass er bei Problemen innerlich unter großer Anspannung steht. Ausgleich sucht er dann durch praktische Tätigkeiten, etwa mit dem Legen einer Patience (vgl. S. 12). Wenn Knudsen in einen Dialog tritt, stößt er seine Mitmenschen mit seinen herben Kommentaren oft vor den Kopf.

Mit dem Jungen, seinem Fischerlehrling, hat er nie viel gesprochen. Als der Junge den Auftrag bekommt, Gregor und die Skulptur zu Knudsens Kutter zu bringen, fragt er nicht, wer der ominöse Passagier sei, denn „er hatte Knudsen noch nie etwas gefragt“ (S. 93).

Obwohl Knudsen dies nicht offen zeigt, besitzt er Scharfsinn und Weitblick. Vor Jahren, als sich die Machtübernahme der Nazis abzeichnete, hatte Pfarrer Helander spöttisch vorausgesagt, dass es ihm als „rote[r ]m Hund“ (S. 26) unter der Herrschaft der Nazis schlecht ergehen werde. Dass die Bedrohung durch die Nazis weitaus weitreichender ist, hatte Knudsen im Gegensatz zu Helander schon damals erkannt: „Nur Knudsen hatte schon damals nicht mehr gelacht, sondern den Pfarrer angesehen und zu ihm gesagt: ,Auch Ihnen wird Ihr Verdun-Bein eines Tages nichts mehr nützen‘“ (S. 27). D...

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