Alfred Andersch

Sansibar oder der letzte Grund

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Es ist das Jahr 1937, in dem der Roman angesiedelt ist. Der Roman spiegelt auf eindringliche Weise die Bedrohung durch den beginnenden Terror der Nationalsozialisten wider. Judith muss als Jüdin vor den Nazis fliehen, da ihr Leben bedroht ist. Auch Knudsen und Gregor müssen als Mitglieder einer kommunistischen Partei um ihr Leben bangen. Doch nicht nur die Menschen sind bedroht, sondern auch die Kunst. Die Rettungsaktion des „Lesenden Klosterschülers“ vor der Zerstörung durch die Nazis bildet die Achse des Romans. Andersch erzählt seine Geschichte in 37 Kapiteln, die nach einer besonderen Struktur angeordnet sind. Mit der tabellarischen Kapitalzusammenfassung wird dem Leser nicht nur ein optimaler Überblick über die gesamte Handlung verschafft, auch der Gesamtaufbau des Romans lässt sich dadurch sehr klar und verständlich nachvollziehen. Aufgrund der Verdichtung der Handlung auf nur einen Ort und eine Zeitspanne von 24 Stunden ist es umso wichtiger, den Überblick über die gesamte Handlung zu behalten. Hierbei helfen die präzisen Angaben der jeweils auftretenden Figuren und die des Ortes und der Zeit zu jedem einzelnen Kapitel. Der Leser kann sich damit in dem Werk bestmöglich orientieren. Vor diesem Hintergrund ist es als Leser des Romans unerlässlich, sich mit dem zeitgeschichtlichen Kontext auseinanderzusetzen. Diese Analyse bietet eine ausführliche und zugleich pointierte Untersuchung des politischen Geschehens der Zeit um 1937. Hierbei wird vor allem das wichtige Thema der Verfolgung jüdischer Menschen in den Blick genommen. So erhält der Leser das optimale Basiswissen, um sich mit dem Roman intensiver beschäftigen zu können. Warum etwa ist eine Holzskulptur für Helander so wichtig, dass er sein Leben für sie aufs Spiel setzt? Warum weigert sich Knudsen zunächst, dem Pfarrer bei der Rettungsaktion des „Lesenden Klosterschülers“ zu helfen? Warum möchte der Junge unbedingt an einen anderen Ort gelangen? Wer die Charaktere des Romans versteht, kann sich diese Fragen beantworten. Die Personencharakterisierung liefert eine sehr ausführliche und äußerst präzise Analyse von jeder Figur. Zahlreiche Textbeispiele verdeutlichen und ergänzen die Interpretation. Das besondere Augenmerk richtet sich dabei auf die Verwendung der Symbole im Roman. Andersch gestaltet ein kunstvolles Netz aus Symbolen, das den Roman durchzieht. Einige dieser wichtigsten Symbole werden herausgefiltert, geordnet und in ihrem Kontext analysiert. Auch hier fehlt es nicht an Textbeispielen, um dem Leser ein bestmögliches Verstehen zu ermöglichen.

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