Nebenfiguren

Erzchormeister von Köln

Da im Staat alle Religionen verboten sind, bildet der Erzchormeister von Köln ein weltliches Gegenstück zu den Erzbischöfen des Christentums. Im Weltstaat verkörpert er daher eine angesehene Persönlichkeit. Der Erzchormeister ist Besucher auf einer der Partys, die Sigmund Marx gibt, um den „Wilden“ der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Doch als Michel nicht erscheint, wird der Erzchormeister wütend. Er bereut es, zu dieser Veranstaltung gegangen zu sein, und fühlt sich von Sigmund an der Nase herumgeführt. Der Erzchormeister hält viel von sich und ist deshalb besonders entrüstet, auf einen verkrüppelten Alpha wie Sigmund hereingefallen zu sein. Er ärgert sich darüber, dass Sigmund mit der Anwesenheit des Erzchormeisters auf seinen Einladungskarten geprahlt hat. Bevor er Sigmunds Party verlässt, gibt er diesem daher noch einen gutgemeinten Rat: „Bessern Sie sich, mein junger Freund, bessern Sie sich!“ (S. 177).

Zusammen mit Lenina fliegt er von der Party nach Hause. Der Erzchormeister ist einer ihrer Liebhaber. Früher haben sie sogar gemeinsam ein Wochenende in seiner Erzchormeisterei verbracht. Dort schenkte er ihr einen „kleinen Zippverschluß in Form eines goldenen T“, den Lenina auf ihrer Brust trägt. Ihm scheint deshalb viel an Lenina zu liegen, da er den Kosenamen „mein Schatz“ (S. 177) für sie verwendet. Als er Lenina einmal sogar „meine teure Freundin“ (S. 178) nennt, verbessert er sich gleich wieder mit „Lenina, wollte ich sagen“ (S. 178). Doch sie fühlt sich zu diesem Zeitpunkt schon zu Michel hingezogen und hat die Party nur widerwillig verlassen. Sie vergisst völlig, welch „hohe Ehre“ (S. 177) es ist, sich in der Gesellschaft des Erzchormeisters zu aufzuhalten. Doch dieser scheint das nicht zu bemerken.

Der Erzchormeister ist kalt, egoistisch und zynisch. Er weiß, wie er seine Position dazu nutzen kann, um Vorteile zu erreichen.

Der Kustos

Der Kustos ist für die Verwaltung der neumexikanischen Wildenreservation zuständig. Er ist „ein blonder, rundschädliger Alpha-minus, untersetzt, mit einem rötlichen Vollmondgesicht, breiten Schultern und schmetternder Stimme“ (S. 108).

Sigmund und Lenina müssen bei ihm den Erlaubnisschein für die Einreise in die Reservation unterschreiben lassen. Eigentlich wollen sie dies schnell hinter sich bringen. Doch da der Kustos sehr geschwätzig ist, dauert es länger als geplant. Er erzä...

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