Michel

Der junge, einsame Wilde

Michel ist der Sohn des Direktors der Brut- und Normungszentrale Berlin und der Beta-Minus Filine. Er wird in der Wildenreservation geboren, kurz nachdem sein Vater und seine Mutter bei einem Ausflug in die Reservation voneinander getrennt worden sind. Seine Eltern haben sich seitdem nicht mehr gesehen. Sein Vater ist in die neue Welt zurückgekehrt, und seine Mutter hat ihn allein in der Reservation aufgezogen. Er ist groß, gut gebaut und sieht gut aus. Er hat helle Haut, blonde Haare und blaue Augen.

In der Reservation trägt er, wie alle anderen Wilden auch, indianische Kleidung. Die anderen Kinder machen sich wegen seiner zerrissenen Kleidung über ihn lustig und beschimpfen ihn als „Lumpenbankert“ (S. 135). Er wird auch wegen seines für die Indianer fremdartigen Aussehens gehänselt. Außerdem verspotten sie seine Mutter, die es sich deshalb mit den indianischen Frauen verscherzt hat, weil sie mit deren Männern schläft.

Michel wird von der indianischen Gesellschaft ausgestoßen. Seine Kindheit und Jugend in der Reservation sind von Einsamkeit und Ausgrenzung geprägt. Nur ein alter Indianer nimmt sich seiner an. Als Michel fünfzehn Jahre alt ist, zeigt er ihm, wie die Indianer Schalen aus Lehm formen oder wie sie einen Bogen für die Jagd bauen. An den typischen indianischen Riten und Zeremonien darf er nicht teilnehmen, obwohl er gern mehr darüber erfahren würde. Er führt allein eine Reifeprüfung durch. Er geht auf einen Berg und bleibt dort fünf Tage, ohne etwas zu essen. Durch diese Prüfung lernt er, mit der Einsamkeit zurechtzukommen.

Michels Verhältnis zu seiner Mutter ist schwierig. Oft ist er zu Hause, wenn fremde Männer seine Mutter besuchen und Sex mit ihr haben. Besonders ihren Liebhaber Popé, der öfter als die anderen vorbeikommt, mag er überhaupt nicht. Popé bringt seiner Mutter Alkohol mit, weswegen Filine oft tagelang für Michel nicht ansprechbar ist und nur noch schläft. Er beginnt, Popé zu hassen, und findet, dass er ein „fühlloser, falscher, geiler, schnöder Bube“ (S. 137) sei. Michel ist eifersüchtig. Deswegen greift er ihn eines Tages sogar mit einem Messer an. Er verletzt den Geliebten seiner Mutter an der Schulter, doch dieser kann Schlimmeres verhind...

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